Der Förderschwerpunkt Sprache

Viele Kinder zeigen während ihrer Sprachentwicklung vorübergehend mehr oder weniger ausgeprägte Sprachstörungen, können jedoch durch logopädische Behandlungen bereits vor der Einschulung erfolgreich therapiert werden.

Ein Unterstützungsbedarf im Förderbereich Sprache liegt vor, wenn die Sprache eines Kindes zum Zeitpunkt der Einschulung immer noch erhebliche Mängel aufweist.

Trotz normaler Intelligenzlage sind Kinder mit einem sprachlichen Entwicklungsrückstand aus verschiedenen Gründen im Unterricht einer Regelschule oft überfordert:

  • ihr Kommunikationsvermögen ist stark beeinträchtigt
  • es bestehen oft auch Probleme in den Bereichen Motorik, Wahrnehmung, sensorische Integration, Emotionalität, Sozialverhalten, Lern- und Arbeitsverhalten
  • der Schriftspracherwerb verläuft verzögert
  • das Verstehen und Formulieren von Texten gelingt ihnen oft nur mit Mühe

In den Klassen mit dem Förderschwerpunkt „Sprache" werden die Schüler/innen nach den Richtlinien der Regelschule unterrichtet.

 

Zum Abbau der Sprachprobleme und zum Erlernen der Schriftsprache sind folgende Bedingungen unerlässlich:

  • eine flexible Eingangsphase im Primarbereich mit insgesamt fünf Schuljahren
  • Unterricht in kleinen Klassen (ca. 9 – 14 Kinder)
  • Sprachförderung (Einzel- oder Kleingruppenförderung)
  • Fördermaßnahmen in den Bereichen Wahrnehmung und Motorik
  • speziell ausgebildete Lehrer/innen mit der Fachrichtung Sprachheilpädagogik

 

Neben den allgemeinen Unterrichtseinheiten wird im Unterricht auf die besonderen Schwierigkeiten der Kinder mit dem Unterstützungsbedarf Sprache durch folgende Fördermaßnahmen eingegangen:

Sprachlicher Bereich

Wortschatzerweiterung, Satzbauübungen, Laut- und Stimmbildung, Redetechniken, Förderung der individuellen Sprech- und Sprachfähigkeit, Wecken und Erhalten der Sprechfreude und Mitteilungsbereitschaft

Sensomotorischer Bereich

Auditive, visuelle und taktile Wahrnehmungsfähigkeit, Bewegungskoordination der Grob-, Fein- und Sprechmotorik, Koordination verschiedener Wahrnehmungsbereiche

Psychosozialer Bereich

Gestische und mimische Ausdrucksfähigkeit, Abbau von Hemmungen, Aufbau von Selbstwertgefühl, Fördern sozialer Verhaltensweisen

Kognitiver Bereich

Erweitern des Sprachverständnisses, Fördern der Wortfindung, sprachliche Analogiebildung, Laut-, Wort- und Satzklassifikationen


Gegen Ende eines jeden Schuljahres wird mit den Eltern gemeinsam beraten, ob ein Kind in die Grundschule zurückgeführt werden kann oder ob es weiterhin an der Förderschule sonderpädagogisch unterstützt werden sollte.

Die intensive sonderpädagogische Unterstützung in der ersten Klasse verkürzt bei vielen Kindern die Dauer des sonderpädagogischen Unterstützungsbedarfs und kann in einigen Fällen bereits nach einem Jahr zu einer Einschulung in die Klasse 1 der Regelschule führen. Spätestens am Ende der Klasse 4 verlassen die Kinder die Pestalozzischule.